
Was ist Homöopathie?
Die Homöopathie therapiert nicht nur ein Organ oder eine Krankheit.
Sie betrachtet das ganze Tier. Neben seinen Beschwerden gehen auch seine Vorlieben und Gewohnheiten, seine gesamte Persönlichkeit in die Behandlung mit ein.
Die Homöopathie stützt sich auf das Prinzip, dass Körper, Geist und Seele eine Einheit sind. Körperliche Beschwerden können nicht erfolgreich behandelt werden, ohne Berücksichtigung der individuellen Persönlichkeitsmerkmale.
Die Homöopathie ist eine Therapieform, die sich in vielem von der Schulmedizin unterscheidet. Die westliche Schulmedizin, auch Allopathie genannt (aus dem Griechischen: „allos“ = das Andere; „pathos“ = Leiden), behandelt Krankheiten mit etwas Gegensätzlichem. Die Homöopathie dagegen („homo“ = gleich, gleichartig) beschreitet den umgekehrten Weg.
Homöopathische Mittel wirken, indem sie die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren und stärken. Der homöopathische Therapieansatz richtet bei richtiger Diagnosestellung und Therapie keinen Schaden an.
Hahnemann - der Begründer der Homöopathie
Christian Friedrich Samuel Hahnemann (1755-1843) studierte Chemie und Medizin und praktizierte neun Jahre als Arzt. Er schrieb zahlreiche Abhandlungen zu medizinischen Fragen. Darin protestierte er gegen die brutalen Behandlungsmethoden seiner Zeit, besonders die Aderlässe, Darmspülungen und hohe Dosen giftiger Arzneien, die schlimme Nebenwirkungen verursachten.
Er setzte sich für einen gesunden Lebensstil mit besserer Ernährung und Hygiene, Bewegung und guten Wohnbedingungen ein.
1790 übersetzte Hahnemann eine "Materia Medica" des schottischen Arztes Dr. William Cullen ins Deutsche. Cullen behauptete, Chinarinde wäre ein wirksames Mittel gegen Malaria, da es adstringierend wirke. Hahnemann wusste jedoch, dass es viel stärker adstringierende Arzneien gibt, die keinerei Wirkung bei Malaria zeigten.
Hahnemann selbst führte einen Selbstversuch durch und experimentierte mit der Chinarinde in verschiedenen Dosierungen. Da er selbst an Malaria erkrankt war, kannte er die Symptome dieser Krankheit und erkannte daher, daß er die typischen Krankheitssymptome der Malaria durch Chinarinde künstlich erzeugen konnte. Hahnemann testete die Chinarinde auch bei/an anderen gesunden Menschen. Er wiederholte die Tests mit anderen Substanzen und fasste die Ergebnisse in "Arzneimittelbildern" zusammen. Er stellte fest, dass sich die Reaktionen der Testpersonen teilweise unterschieden und von deren Konstitution abhängig waren.
Nach Jahren zahlreicher Prüfungen dehnte er die Forschung auf kranke Menschen aus.
Hahnemann schaffte damit ein neues medizinisches Konzept. Er nannte es "Homöopathie", aus dem Griechischen homeo (ähnlich) und pathos (leiden). Er veröffentlichte sein Hauptwerk "Organon der Heilkunst" und lehrte Homöopathie an der Universität in Leipzig.
Prinzipien der Homöopathie
Das Prinzip der Lebenskraft
Hahnemann meinte, dass der menschliche Körper über eine Energie verfüge, die auf die Stimulierung mit homöopathischen Mitteln reagiert und den Körper anregt, sich selbst zu heilen. Diese Energie nannte er "Lebenskraft des Körpers". Sie ist die Kraft, die den Körper gesund erhält, indem sie die Abwehrkräfte des Organismus steuert. Ist sie gestört, z. B. durch Umwelteinflüsse, entstehen Krankheiten. Symptome der Krankheiten sind äußerliche Anzeichen dafür, dass die Lebenskraft versucht, das gestörte Gleichgewicht wieder herzustellen.
Ganzheitliche Therapie - klassische Homöopathie
Die Homöopathie betrachtet das ganze Tier und nicht nur bestimmte Symptome und Organe. Neben seinen Beschwerden gehen auch seine Vorlieben und Gewohnheiten, seine gesamte Persönlichkeit in die Behandlung mit ein.
Der Begriff "Konstitution" beschreibt den körperlichen, geistig-seelischen Gesundheitszustand des Lebewesens, einschließlich Gemütslage und Charaktereigenschaften. Viele Homöopathen messen dem "Konstitutionstypus" eine große Bedeutung bei und stimmen die Arzneimittel genau auf das "Arzneimittelbild" des Patienten ab. Dies entspricht der von Hahnemann entwickelten und von Dr. James Tyler Kent und Dr. Constantine Hering weiterentwickelten Lehre der klassischen Homöopathie.
In der klassischen Homöopathie wird ein Patient mit einem einzigen Arzneimittel behandelt, das optimal mit seinem Konstitutionstyp übereinstimmen muss. Die Suche nach dem passenden Mittel kann langwierig sein und erfordert vom Homöopathen viel Erfahrung und Einfühlungsvermögen.
Ähnliches heilt Ähnliches
„Ähnliches soll mit Ähnlichem geheilt werden“. Dieser Grundsatz der Homöopathie klingt zunächst verblüffend: Linderung soll genau das Mittel bringen, das in hoher Dosis die Beschwerden des Patienten verursacht. Der gezielte Reiz, den die Arznei setzt, greift tief in Regulationsvorgänge des Organismus ein und stärkt seine Selbstheilungskräfte.
Dieses Ähnlichkeits- bzw. Simile-Gesetz ist auf Hippokrates zurückzuführen.
Miasmen und Nosoden
Hahnemann stellte fest, dass manche Menschen trotz der Behandlung mit homöopathischen Mitteln immer wieder Rückfälle erlitten.
Er nannte das "Miasma" und meinte damit eine angeborene Schwäche und Anfälligkeit für eine bestimmte Störung.
Hahnemann entwickelte Nosoden als Mittel gegen Miasmen. Sie werden aus menschlichen oder tierischen Krankheitsstoffen gewonnen, z. B. Syphilis (auf Syphilis basierend) oder Psorinum (Inhalt von Krätzebläschen). Durch Sterilisierung und Potenzierung sind sie völlig unschädlich.
Potenzierung
Die homöopathischen Arzneimittel werden aus pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Auszügen hergestellt, verdünnt und nach bestimmten Regeln geschüttelt, um die Nebenwirkungen auszuschließen.
Paradoxerweise wirken die Mittel umso stärker, je verdünnter sie sind. Verdünnen und Verschütteln macht die Arznei also kräftiger, „potenziert“ sie.
Herstellung der homöopathischer Mittel.
Die homöopathischen Arzneimittel werden aus pflanzlichen, tierischen oder mineralischen Auszügen hergestellt, verdünnt und nach bestimmten Regeln geschüttelt, um die Nebenwirkungen auszuschließen.
Paradoxerweise wirken die Mittel umso stärker, je verdünnter sie sind.
Verdünnen und Verschütteln macht die Arznei also kräftiger, „potenziert“ sie.
Bei den wasserlöslichen Substanzen wird das Rohmaterial zunächst für 2-4 Wochen in eine Alkohollösung eingelegt. Die so gewonnene Flüssigkeit wird Urtinktur genannt. Sie ist die Basis zur Herstellung der Verdünnungen (Potenzierung).
Es gibt verschiedene Skalen zur Verdünnung der Urtinktur. Am gebräuchlichsten sind die Dezimal-Skala (D) mit einem Verdünnungsfaktor 1:10 und die Centesimal-Skala (c) mit einem Verdünnungsfaktor von 1:100.
Zwischen den Verdünnungsschritten wird die jeweilige Lösung kräftig geschüttelt.
Um eine D1-Potenz herzustellen, wird ein Teil der Urtinktur mit 9 Teilen einer Alkohollösung gemischt und kräftig geschüttelt. Um eine D2-Potenz herzustellen, wird ein Teil der D1-Potenz mit 9 Teilen einer Alkohollösung verschüttelt usw.
Die Zahl der Potenzen gibt an, wie oft die Urtinktur verdünnt wurde.
Anschließend werden Tabletten oder Globulis mit der fertigen Verdünnung benetzt und in dunklen Glasfläschchen aufbewahrt.
Dosierung & Einnahmeregeln in der Homöopathie
Damit die homöopathischen Heilmittel ihre optimale Wirksamkeit entfalten kann, sollte man bei der Einnahme gewisse Regeln beachten:
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Homöopathische Mittel sollten so oft wie nötig und so selten wie möglich eingenommen werden.
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Je akuter und ernsthafter eine Krankheit ist, desto häufiger sollte man das Mittel einnehmen.
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Wenn sich die Krankheitssymptome deutlich bessern, sollte das homöopathische Mittel nicht mehr eingenommen werden.
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Bei einer Heilreaktion (Erstverschlimmerung) sollte man das Mittel absetzen, bis die Reaktion vollständig verschwunden ist.
Homöopathische Arzneimittel werden ca 1/2 Stunde vor den Mahlzeiten unverdünnt auf die Zunge eingenommen. Die Tablette oder Globuli lässt man langsam im Munde zergehen.
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Zustand
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Potenzen
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Anwendungsgebiete
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hochakut
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tiefe bis mittlere Potenzen, z.B. D3, D4, D6
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Anwendung nach sog. bewährten Indikationen
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akut
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subakut
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höhere Potenzen, z.B. D12, D15
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chronisch
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hohe Potenzen, D30 und höher
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personotroper Einsatz
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Arzneimittel niedriger Potenzen (bis D/C12) sind vorwiegend bei akuten Erkrankungen anzuwenden und auch für die Selbstmedikation geeignet.
Arzneimittel hoher Potenzen (ab D/C30) sind in der Regel bei chronischen Erkrankungen angezeigt und gehören in die Hand eines Therapeuten. Die Einnahme erfolgt einmalig. Sie kann in großem zeitlichem Abstand - nach Wochen oder Monaten - wiederholt werden.
Erstgespräch - Anamnese
Um das geeignete Medikament zu ermitteln, muss der Homöopath einen möglichst genauen Katalog der individuellen Symptome des Patienten erstellen. Das erste Gespräch ist deshalb meist recht zeitaufwändig.
Folgende Fragen sind von Bedeutung:
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was bessert die Beschwerden, was verschlimmert sie?
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unter welchen Umständen sind sie zum ersten Mal in Erscheinung getreten?
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tut Wärme oder Kälte gut?
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treten die Beschwerden zu bestimmten Zeiten auf?
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wie fühlt sich der Patient seelisch?
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Vorlieben und Abneigungen für bestimmte Nahrungsmittel und Getränke
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Schlafgewohnheiten
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Charaktereigenschaften
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Körperbau
Erstverschlimmerung
Nach der Einnahme der Mittel können sich die Symptome für einige Stunden verschlimmern. Diese sogenannte Erstverschlimmerung bewertet die Homöopathie als Zeichen, dass das Mittel passt und wirkt und bald eine Besserung der Beschwerden zu erwarten ist.
Die Behandlungsdauer
Wie lange eine homöopathische Behandlung insgesamt dauern sollte, kann nicht pauschal beantwortet werden.
Bei akuten Beschwerden kann eine Heilung manchmal sogar innerhalb von weniger Stunden erfolgen. Bei chronischen Fällen dauert es unter Umständen Monate, manchmal sogar Jahre.
Mögliche Anwendungsgebiete - nach Themen geordnet:
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Probleme bei Fohlen, Welpen...
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Probleme bei Hündinnen, Stuten, Katzen...
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Probleme bei Rüden, Hengsten, Wallachen, Katern
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Probleme bei älteren Tieren
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Seelische Probleme
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Bewegungsapparat
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Magen und Darm
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Atemwege, Hals, Nase
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Haut und Haare
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Ohren, Augen
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Mund, Gaumen, Zähne
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Blase, Nieren, Harnwege
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Herz, Kreislauf, Durchblutung, Venen
usw.